Biographien
Johannes Kepler (1571–1630)
lebte und arbeitete von 1612 bis 1627 in Linz als Lehrer, länger als an den anderen Orten seines Wirkens. Auch wenn der schwäbische Wissenschaftler kein Sohn der Stadt ist, schien das Linzer Kulturhauptstadtjahr 2009 der geeignete Termin, um an Kepler und seine Zeit mit einem großen Kunstwerk zu erinnern, das von einem internationalen Team verantwortet wird. Das Jahr 2009 verpflichtet umso mehr, als Kepler heuer vor genau 400 Jahren sein erstes großes Werk, die Astronomia Nova, veröffentlichte, in der er u. a. die Planetenbahnen erstmals als Ellipsen beschrieb. Außerdem machte Galileo Galilei im selben Jahr 1609 seine berühmten Fernrohrbeobachtungen. Aus diesem Grund gilt das Jahr 1609 als Beginn der neuzeitlichen Astronomie. Das Jahr 2009 wurde in Erinnerung an diese Ereignisse als Internationales Jahr der Astronomie ausgerufen.
Philip Glass
hat durch seine Opern, seine Sinfonien, seine Kompositionen für sein eigenes Ensemble sowie seine Zusammenarbeit mit Künstlern wie Twyla Tharp, Allen Ginsberg, Woody Allen und David Bowie einen großen Einfluss auf das kulturelle Leben unserer Zeit.
Opern wie Einstein on the Beach, Satyagraha, Akhnaten und The Voyage werden an den führenden Häusern in aller Welt gespielt. Glass hat Musik für experimentelles Theater und für preisgekrönte Filme wie The Hours und Martin Scorseses Kundun geschrieben. Seine Filmkompositionen wurden mit hohen Auszeichnungen (Golden Globe, Grammy) gewürdigt und begeistern wie etwa Koyaanisqatsi, seine erste große Arbeit für den Film, oder The Truman Show ein Millionenpublikum.
Sein persönliches und künstlerisches Interesse an führenden Rock-, Pop- und World Music-Künstlern geht auf die 1960er Jahre zurück – ähnlich früh datiert die Zusammenarbeit mit Robert Wilson. Philip Glass ist der erste Komponist, dem es gelang, mit seiner Musik parallel in den Bereichen Oper, Konzert, Tanz, Film und Pop eine weltweite, alle Generationen umfassende Zuhörerschaft zu gewinnen.
Glass ist 1937 geboren und wuchs in Baltimore auf. Er studierte an der University of Chicago, der Juilliard School und in Aspen mit Darius Milhaud. Unzufrieden mit vielem, was damals in den USA als moderne Musik galt, ging Glass nach Europa. Hier studierte er bei der legendären Kompositionslehrerin Nadia Boulanger, die u. a. auch Aaron Copland, Virgil Thomson und Quincy Jones unterrichtete, und arbeitete eng mit dem Sitar-Virtuosen Ravi Shankar zusammen. Er kehrte 1967 nach New York zurück und gründete das Philip Glass Ensemble, einer Gruppe von sieben Musikern, die elektronisch verfremdete Tasten- und Blasinstrumente spielen.
Der von Glass neu geschaffene musikalische Stil wurde bald als „Minimalismus” bezeichnet. Glass selbst mochte diesen Begriff nie und zog es vor, von sich selbst als Komponist zu sprechen, der „Musik mit repetitiven Strukturen“ komponiere. Viele seiner frühen Werke basierten auf einer ausgedehnten Wiederholung einer kurzen, melodischen Bewegung, die aus einer Klangfläche hervortrat und wieder in dieser aufging.
Philip Glass Schaffen kann nicht als „minimalistisch“ bezeichnet werden: In den letzten drei Jahrzehnten hat Glass 22 Opern, acht Sinfonien sowie zahlreiche Werke für den Konzertsaal komponiert. Philip Glass hat u. a. mit Paul Simon, Linda Ronstadt, Yo-Yo Ma und Doris Lessing zusammengearbeitet. Er veranstaltet Lesungen, Workshops und Soloklavierabende auf der ganzen Welt und tritt regelmäßig mit dem Philip Glass Ensemble auf.
Dennis Russell Davies (Musikalische Leitung)
wurde in Toledo (Ohio) geboren und studierte Klavier und Dirigieren an der New Yorker Juilliard School. Seine Tätigkeit als Dirigent in Oper und Konzert, als Pianist und Kammermusiker ist gekennzeichnet durch ein breit gefächertes Repertoire, das vom Barock bis zur jüngsten Moderne reicht, durch spannende und durchdachte Programm-Konstellationen und durch eine enge Zusammenarbeit mit Komponisten wie Luciano Berio, William Bolcom, John Cage, Manfred Trojahn, Philip Glass, Heinz Winbeck, Laurie Anderson, Philippe Manoury, Aaron Copland, Hans Werner Henze, Michael Nyman und Kurt Schwertsik.
Nach seinen ersten Positionen als Chefdirigent des Saint Paul Chamber Orchestra (1972–1980) und des American Composers Orchestra, New York (1977–2002) übersiedelte er 1980 nach Deutschland und Österreich. Er war Generalmusikdirektor am Württembergischen Staatstheater Stuttgart (1980–1987) und beim Orchester der Beethovenhalle, beim Internationalen Beethovenfest, der Oper Bonn (1987–1995) sowie beim Radio Symphonie Orchester Wien (1997–2002). 1997 wurde Davies als Professor an das Mozarteum Salzburg berufen und war von 1995 bis Saisonende 2006 Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchesters.
Seit 2002 ist Dennis Russell Davies Chefdirigent des Bruckner Orchester Linz und Opernchef am Landestheater Linz. In seinen Konzerten widmet er sich vor allem dem Schaffen Anton Bruckners und erweitert das stilistische Repertoire des Orchesters mit Werken von Komponisten wie etwa Heinz Karl Gruber, Philip Glass und Terje Rypdal. Auf CD ist das Bruckner Orchester unter seinem Chefdirigenten u. a. mit The Planets von Gustav Holst, den Sinfonien Nr. 6 und 8 sowie der Oper The Voyage von Philip Glass sowie Bruckners Sinfonien vertreten.
Als Gast dirigierte Davies u. a. die großen Orchester in Cleveland, Philadelphia, Chicago, San Francisco und Boston und New York. In Europa trat er mit Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, der Academia di Santa Cecilia Roma, dem Orchestra Filarmonica della Scala Milano, den Münchner und den Berliner Philharmonikern sowie dem Concertgebouworkest Amsterdam auf. Nach seinem Debüt bei den Bayreuther Festspielen (1978) arbeitete er u. a. bei den Salzburger Festspielen, dem Lincoln Center Festival New York, der Houston Grand Opera, der Hamburger und der Bayerischen Staatsoper mit Regisseuren wie Harry Kupfer, Götz Friedrich, Achim Freyer, Peter Zadek, Robert Altmann, Juri Ljubimov, Daniela Kurz, Robert Wilson und Ken Russell zusammen. Derzeit dirigiert er hauptsächlich an der Lyric Opera of Chicago, der Metropolitan Opera und der Opéra National de Paris.
Martina Winkel (Libretto)
wurde in Ybbs an der Donau geboren; sie lebt in Wien. Studium der Theaterwissenschaft und der Kunstgeschichte in Wien, Schauspielunterricht und Stimmtraining. Freie Mitarbeit beim ORF. Regie- und Dramaturgieassistenzen und Arbeiten in Wien und Berlin. Studienaufenthalt in Indonesien. Traditionelles Schattentheater. Gründungsmitglied vom „Theater ohne Grenzen“ in Wien.
Künstlerische Leitung des internationalen Figurentheaterfestivals für Erwachsene „Die Macht des Staunens“ mit Airan Berg. Auslandsgastspiele, internationale Koproduktionen, Festivals u. a. in Singapur, London, Johannesburg, Kapstadt, Melbourne, Moskau, Istanbul, Akko, Porto, Turin, Bologna, Budapest,
Berlin, München und Luxemburg.
Theaterarbeiten/Dramaturgie, Regie und/oder Spiel (Auswahl):
Was heißt hier Liebe (Burgtheater Wien), Arche Noah (Theater Thikwa, Berlin), Woyzeck (Iraa Theatre, Melbourne), Sakkorausch (E. Reichert, Wiener Festwochen), Sturm (ToG & Teatron Theater). Marco Polo Wunderwelt (Schauspielhaus Wien),Tempest (Singapore), Legend Alive: Mama Looking for her Cat (Singapore).
ToG Eigenproduktionen (Auswahl): alt/tag, BlutStrom, Schlappstock, embryo, Liebesbeweis, ShadowZone, Finale Totale & Totales Finale – Shakespeares Königsdramen, Schlaf, Sterne.
Kindertheater: Theater der Jugend, Jeunesse Musicales, MultiKids Festival, Szene Bunte Wähne. Visuals & Music: MAK Nite, Hörgänge Konzerthaus, Philharmonie du Luxembourg. Video-Installationen für Ausstellungen: Shedhalle St. Pölten, Schloss Hof, Stift Lilienfeld.
Peter Missotten (Inszenierung, Bühne, Video)
Jahrgang 1963, arbeitet als Regisseur, Bühnenbildner und Videokünstler an renommierten Häusern in Belgien und Holland. Seine Theaterprojekte, Filme und Videoinstallationen sind bei zahlreichen internationalen Festivals präsent. Seit 2004 lehrt Peter Missotten neben seiner künstlerischen Tätigkeit an der École d‘art dramatique de Maastricht. Seit der Gründung von De Filmfabriek 1994 ist Peter Missotten Teil dieses Künstlerkollektivs. In wechselnder Zusammensetzung setzte De Filmfabriek seitdem zahlreiche künstlerische Projekte um, die sich im Grenzgebiet von Performance, Videoinstallation und Theater ansiedeln. Die Beziehungen zwischen der physischen Präsenz der Schauspieler, dem Rahmen, in dem sie spielen und der verwendeten Technologie sind wichtige Ansatzpunkte in diesen Arbeiten. Wo Theater, Kino und Digitale Medien aufeinander treffen, liegt Peter Missottens besonderes Interesse.
Er arbeitete mit wichtigen Theaterformationen zusammen, unter anderem mit der Needcompany oder William Forsythe und dem Ballett Frankfurt. Er schuf u. a. Videos für Produktionen von Jean-Claude Galotta (Ulysse, 1996), William Forsythe (Eidos: Telos, 1996), Jan Ritsema (De Opdracht, 1992) und Guy Cassiers (Het liegen in ontbinding, 1993, Faust, 1998). 2003 gestaltete er die Videos für die Uraufführung von Kris Defoorts Oper The woman who walked into doors im Rahmen der Ruhrtriennale. 2006 zeichnete er für Regie, Bühne, Video und Licht bei Heiner Müllers Quartett am Schauspielhaus Wien verantwortlich.
Am bedeutendsten Theater in Belgien, dem Toneelhuis, ist Peter Missotten einer der festen Regisseure. Zweimal hat Missotten mit dem Komponisten Georges Aperghis am Opernhaus in Lille (Frankreich) zusammengearbeitet. Für das Munt Theater (Niederlande) hat er den Fliegenden Holländer ausgestattet und bei einer szenischen Fassung der Gurre-Lieder von Schönberg Regie geführt. Geplant ist für 2010 u. a. die Regie der Uraufführung Montezuma – Fallende Adler, einer Oper von Bernhard Lang, am Nationaltheater Mannheim.
Karel van Laere (Kostüme)
nahm am Alba Theaterhaus in Den Haag von 2005 bis 2007 an den jährlich stattfindenden „Expeditionen“ teil. Das Ergebnis dieser Arbeit war Piece of cake, das auch im Juli 2007 am Alba Theaterhaus aufgeführt wurde. Von allen Projekten, an denen er mitgearbeitet hat, sieht Karel van Laere die Arbeit am Alba als die für ihn wichtigste an. Alba stellt eine individuelle Ausstattung zur Verfügung, die junge Performer dazu ermutigt, gemeinsam zu arbeiten und ihre eigenen Ideen für eine Theaterproduktion zu entwickeln. 2006 wurde seine Produktion Kaba’al uraufgeführt. Auf Basis dieser Performance entstanden mehrere Kurzfilme. Von September 2007 bis März 2008 war Karel van Laere Mitglied der Performershaus Theaterschule in Silkeborg, Dänemark. Zurzeit besucht er die Theaterschule Maastricht in den Niederlanden. Als Kostümbildner ergab sich für Karel von Laere eine erste Zusammenarbeit mit Peter Missotten bei dem Theaterstück De wilde wilde weg in Antwerpen. Anschließend wurde er von Missotten für die Kostüme von Kepler nach Linz geholt.
lebte und arbeitete von 1612 bis 1627 in Linz als Lehrer, länger als an den anderen Orten seines Wirkens. Auch wenn der schwäbische Wissenschaftler kein Sohn der Stadt ist, schien das Linzer Kulturhauptstadtjahr 2009 der geeignete Termin, um an Kepler und seine Zeit mit einem großen Kunstwerk zu erinnern, das von einem internationalen Team verantwortet wird. Das Jahr 2009 verpflichtet umso mehr, als Kepler heuer vor genau 400 Jahren sein erstes großes Werk, die Astronomia Nova, veröffentlichte, in der er u. a. die Planetenbahnen erstmals als Ellipsen beschrieb. Außerdem machte Galileo Galilei im selben Jahr 1609 seine berühmten Fernrohrbeobachtungen. Aus diesem Grund gilt das Jahr 1609 als Beginn der neuzeitlichen Astronomie. Das Jahr 2009 wurde in Erinnerung an diese Ereignisse als Internationales Jahr der Astronomie ausgerufen.
Philip Glass
hat durch seine Opern, seine Sinfonien, seine Kompositionen für sein eigenes Ensemble sowie seine Zusammenarbeit mit Künstlern wie Twyla Tharp, Allen Ginsberg, Woody Allen und David Bowie einen großen Einfluss auf das kulturelle Leben unserer Zeit.
Opern wie Einstein on the Beach, Satyagraha, Akhnaten und The Voyage werden an den führenden Häusern in aller Welt gespielt. Glass hat Musik für experimentelles Theater und für preisgekrönte Filme wie The Hours und Martin Scorseses Kundun geschrieben. Seine Filmkompositionen wurden mit hohen Auszeichnungen (Golden Globe, Grammy) gewürdigt und begeistern wie etwa Koyaanisqatsi, seine erste große Arbeit für den Film, oder The Truman Show ein Millionenpublikum.
Sein persönliches und künstlerisches Interesse an führenden Rock-, Pop- und World Music-Künstlern geht auf die 1960er Jahre zurück – ähnlich früh datiert die Zusammenarbeit mit Robert Wilson. Philip Glass ist der erste Komponist, dem es gelang, mit seiner Musik parallel in den Bereichen Oper, Konzert, Tanz, Film und Pop eine weltweite, alle Generationen umfassende Zuhörerschaft zu gewinnen.
Glass ist 1937 geboren und wuchs in Baltimore auf. Er studierte an der University of Chicago, der Juilliard School und in Aspen mit Darius Milhaud. Unzufrieden mit vielem, was damals in den USA als moderne Musik galt, ging Glass nach Europa. Hier studierte er bei der legendären Kompositionslehrerin Nadia Boulanger, die u. a. auch Aaron Copland, Virgil Thomson und Quincy Jones unterrichtete, und arbeitete eng mit dem Sitar-Virtuosen Ravi Shankar zusammen. Er kehrte 1967 nach New York zurück und gründete das Philip Glass Ensemble, einer Gruppe von sieben Musikern, die elektronisch verfremdete Tasten- und Blasinstrumente spielen.
Der von Glass neu geschaffene musikalische Stil wurde bald als „Minimalismus” bezeichnet. Glass selbst mochte diesen Begriff nie und zog es vor, von sich selbst als Komponist zu sprechen, der „Musik mit repetitiven Strukturen“ komponiere. Viele seiner frühen Werke basierten auf einer ausgedehnten Wiederholung einer kurzen, melodischen Bewegung, die aus einer Klangfläche hervortrat und wieder in dieser aufging.
Philip Glass Schaffen kann nicht als „minimalistisch“ bezeichnet werden: In den letzten drei Jahrzehnten hat Glass 22 Opern, acht Sinfonien sowie zahlreiche Werke für den Konzertsaal komponiert. Philip Glass hat u. a. mit Paul Simon, Linda Ronstadt, Yo-Yo Ma und Doris Lessing zusammengearbeitet. Er veranstaltet Lesungen, Workshops und Soloklavierabende auf der ganzen Welt und tritt regelmäßig mit dem Philip Glass Ensemble auf.
Dennis Russell Davies (Musikalische Leitung)
wurde in Toledo (Ohio) geboren und studierte Klavier und Dirigieren an der New Yorker Juilliard School. Seine Tätigkeit als Dirigent in Oper und Konzert, als Pianist und Kammermusiker ist gekennzeichnet durch ein breit gefächertes Repertoire, das vom Barock bis zur jüngsten Moderne reicht, durch spannende und durchdachte Programm-Konstellationen und durch eine enge Zusammenarbeit mit Komponisten wie Luciano Berio, William Bolcom, John Cage, Manfred Trojahn, Philip Glass, Heinz Winbeck, Laurie Anderson, Philippe Manoury, Aaron Copland, Hans Werner Henze, Michael Nyman und Kurt Schwertsik.
Nach seinen ersten Positionen als Chefdirigent des Saint Paul Chamber Orchestra (1972–1980) und des American Composers Orchestra, New York (1977–2002) übersiedelte er 1980 nach Deutschland und Österreich. Er war Generalmusikdirektor am Württembergischen Staatstheater Stuttgart (1980–1987) und beim Orchester der Beethovenhalle, beim Internationalen Beethovenfest, der Oper Bonn (1987–1995) sowie beim Radio Symphonie Orchester Wien (1997–2002). 1997 wurde Davies als Professor an das Mozarteum Salzburg berufen und war von 1995 bis Saisonende 2006 Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchesters.
Seit 2002 ist Dennis Russell Davies Chefdirigent des Bruckner Orchester Linz und Opernchef am Landestheater Linz. In seinen Konzerten widmet er sich vor allem dem Schaffen Anton Bruckners und erweitert das stilistische Repertoire des Orchesters mit Werken von Komponisten wie etwa Heinz Karl Gruber, Philip Glass und Terje Rypdal. Auf CD ist das Bruckner Orchester unter seinem Chefdirigenten u. a. mit The Planets von Gustav Holst, den Sinfonien Nr. 6 und 8 sowie der Oper The Voyage von Philip Glass sowie Bruckners Sinfonien vertreten.
Als Gast dirigierte Davies u. a. die großen Orchester in Cleveland, Philadelphia, Chicago, San Francisco und Boston und New York. In Europa trat er mit Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, der Academia di Santa Cecilia Roma, dem Orchestra Filarmonica della Scala Milano, den Münchner und den Berliner Philharmonikern sowie dem Concertgebouworkest Amsterdam auf. Nach seinem Debüt bei den Bayreuther Festspielen (1978) arbeitete er u. a. bei den Salzburger Festspielen, dem Lincoln Center Festival New York, der Houston Grand Opera, der Hamburger und der Bayerischen Staatsoper mit Regisseuren wie Harry Kupfer, Götz Friedrich, Achim Freyer, Peter Zadek, Robert Altmann, Juri Ljubimov, Daniela Kurz, Robert Wilson und Ken Russell zusammen. Derzeit dirigiert er hauptsächlich an der Lyric Opera of Chicago, der Metropolitan Opera und der Opéra National de Paris.
Martina Winkel (Libretto)
wurde in Ybbs an der Donau geboren; sie lebt in Wien. Studium der Theaterwissenschaft und der Kunstgeschichte in Wien, Schauspielunterricht und Stimmtraining. Freie Mitarbeit beim ORF. Regie- und Dramaturgieassistenzen und Arbeiten in Wien und Berlin. Studienaufenthalt in Indonesien. Traditionelles Schattentheater. Gründungsmitglied vom „Theater ohne Grenzen“ in Wien.
Künstlerische Leitung des internationalen Figurentheaterfestivals für Erwachsene „Die Macht des Staunens“ mit Airan Berg. Auslandsgastspiele, internationale Koproduktionen, Festivals u. a. in Singapur, London, Johannesburg, Kapstadt, Melbourne, Moskau, Istanbul, Akko, Porto, Turin, Bologna, Budapest,
Berlin, München und Luxemburg.
Theaterarbeiten/Dramaturgie, Regie und/oder Spiel (Auswahl):
Was heißt hier Liebe (Burgtheater Wien), Arche Noah (Theater Thikwa, Berlin), Woyzeck (Iraa Theatre, Melbourne), Sakkorausch (E. Reichert, Wiener Festwochen), Sturm (ToG & Teatron Theater). Marco Polo Wunderwelt (Schauspielhaus Wien),Tempest (Singapore), Legend Alive: Mama Looking for her Cat (Singapore).
ToG Eigenproduktionen (Auswahl): alt/tag, BlutStrom, Schlappstock, embryo, Liebesbeweis, ShadowZone, Finale Totale & Totales Finale – Shakespeares Königsdramen, Schlaf, Sterne.
Kindertheater: Theater der Jugend, Jeunesse Musicales, MultiKids Festival, Szene Bunte Wähne. Visuals & Music: MAK Nite, Hörgänge Konzerthaus, Philharmonie du Luxembourg. Video-Installationen für Ausstellungen: Shedhalle St. Pölten, Schloss Hof, Stift Lilienfeld.
Peter Missotten (Inszenierung, Bühne, Video)
Jahrgang 1963, arbeitet als Regisseur, Bühnenbildner und Videokünstler an renommierten Häusern in Belgien und Holland. Seine Theaterprojekte, Filme und Videoinstallationen sind bei zahlreichen internationalen Festivals präsent. Seit 2004 lehrt Peter Missotten neben seiner künstlerischen Tätigkeit an der École d‘art dramatique de Maastricht. Seit der Gründung von De Filmfabriek 1994 ist Peter Missotten Teil dieses Künstlerkollektivs. In wechselnder Zusammensetzung setzte De Filmfabriek seitdem zahlreiche künstlerische Projekte um, die sich im Grenzgebiet von Performance, Videoinstallation und Theater ansiedeln. Die Beziehungen zwischen der physischen Präsenz der Schauspieler, dem Rahmen, in dem sie spielen und der verwendeten Technologie sind wichtige Ansatzpunkte in diesen Arbeiten. Wo Theater, Kino und Digitale Medien aufeinander treffen, liegt Peter Missottens besonderes Interesse.
Er arbeitete mit wichtigen Theaterformationen zusammen, unter anderem mit der Needcompany oder William Forsythe und dem Ballett Frankfurt. Er schuf u. a. Videos für Produktionen von Jean-Claude Galotta (Ulysse, 1996), William Forsythe (Eidos: Telos, 1996), Jan Ritsema (De Opdracht, 1992) und Guy Cassiers (Het liegen in ontbinding, 1993, Faust, 1998). 2003 gestaltete er die Videos für die Uraufführung von Kris Defoorts Oper The woman who walked into doors im Rahmen der Ruhrtriennale. 2006 zeichnete er für Regie, Bühne, Video und Licht bei Heiner Müllers Quartett am Schauspielhaus Wien verantwortlich.
Am bedeutendsten Theater in Belgien, dem Toneelhuis, ist Peter Missotten einer der festen Regisseure. Zweimal hat Missotten mit dem Komponisten Georges Aperghis am Opernhaus in Lille (Frankreich) zusammengearbeitet. Für das Munt Theater (Niederlande) hat er den Fliegenden Holländer ausgestattet und bei einer szenischen Fassung der Gurre-Lieder von Schönberg Regie geführt. Geplant ist für 2010 u. a. die Regie der Uraufführung Montezuma – Fallende Adler, einer Oper von Bernhard Lang, am Nationaltheater Mannheim.
Karel van Laere (Kostüme)
nahm am Alba Theaterhaus in Den Haag von 2005 bis 2007 an den jährlich stattfindenden „Expeditionen“ teil. Das Ergebnis dieser Arbeit war Piece of cake, das auch im Juli 2007 am Alba Theaterhaus aufgeführt wurde. Von allen Projekten, an denen er mitgearbeitet hat, sieht Karel van Laere die Arbeit am Alba als die für ihn wichtigste an. Alba stellt eine individuelle Ausstattung zur Verfügung, die junge Performer dazu ermutigt, gemeinsam zu arbeiten und ihre eigenen Ideen für eine Theaterproduktion zu entwickeln. 2006 wurde seine Produktion Kaba’al uraufgeführt. Auf Basis dieser Performance entstanden mehrere Kurzfilme. Von September 2007 bis März 2008 war Karel van Laere Mitglied der Performershaus Theaterschule in Silkeborg, Dänemark. Zurzeit besucht er die Theaterschule Maastricht in den Niederlanden. Als Kostümbildner ergab sich für Karel von Laere eine erste Zusammenarbeit mit Peter Missotten bei dem Theaterstück De wilde wilde weg in Antwerpen. Anschließend wurde er von Missotten für die Kostüme von Kepler nach Linz geholt.