Zur Oper
Oper im Kino – Live aus der Kulturhauptstadt
Erstmalig in Österreich: Live-Übertragung der Oper Kepler von Philip Glass aus dem Landestheater Linz in die Cineplexx-Kinos. Aufgenommen von sechs Kameras, direkt übertragen in sieben ausgewählte Kinos in bester HD-Qualität und 5.1-Ton.
Sie erleben diese von der Kritik bejubelte Oper live in Ihrem Kino.
Am Sonntag, 11. Oktober 2009, um 19.00 Uhr.


Philip Glass und das Landestheater Linz
Musik von Philip Glass und Linz – das gehört mittlerweile zusammen, das ist eine Tradition geworden. Dennis Russell Davies hat sich immer für das Werk des 1937 geborenen New Yorker Komponisten eingesetzt, und er hat seine Arbeit als Interpret auch unvermindert fortgesetzt, nachdem er in Linz Chefdirigent des Bruckner Orchesters und Opernchef am Landestheater wurde. Glass’ Opern The Voyage (Spielzeit 2002/03) und Orphée (2006/07) wurden am Landestheater Linz von Presse und Publikum gefeiert. Werke wie die Sechste und Achte Sinfonie Glass’ wurden eigens für das Bruckner Orchester Linz komponiert. Glass hat alle musikalischen Gattungen erprobt und dabei viele Werke geschaffen, die bereits zu Klassikern geworden sind. Die Zahl seiner mit Kepler nicht weniger als 22 Opern zeigt, dass ihm dieses Genre besonders am Herzen liegt. Glass darf als einer der wenigen echten Opernkomponisten unserer Zeit gelten.

“Ohne echtes Wissen ist das Leben tot.”

Zur Oper Kepler
Die Oper Kepler wurde von Landestheater Linz und Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas in Auftrag gegeben. Das große Projekt zu Johannes Kepler, dessen Forschungen gemeinsam mit denen von Galileo Galilei die wissenschaftliche Neuzeit einläuteten, ist mit entsprechend langem Vorlauf geplant worden. Bei den Vorgesprächen einigte sich das Team um Philip Glass bald darauf, mit der neuen Oper an die Anfänge seines musiktheatralen Schaffens anzuknüpfen: Wie bei der ersten, in Zusammenarbeit mit Robert Wilson entstandenen Oper Einstein on the beach (Avignon 1976) sollte keine kontinuierlich erzählte Geschichte auf der Bühne zu erleben sein, sondern ein frei gestaltetes Kunstwerk aus Musik mit Gesang, Bühnen- und Lichtgestaltung sowie Bewegung. Da traf es sich, dass das neue Werk auch wieder die Gedankenwelt eines großen Wissenschaftlers zum Ausgangspunkt nehmen sollte. Ähnlich wie in Einstein ist also nicht die Biografie eines Helden zu sehen, sondern eine Folge von abstrakten Szenen, die einzelne Aspekte aus der Welt Keplers thematisieren. Es ergibt sich ein Überblick über wichtige Motive aus Keplers Denken und aus seiner Epoche, aber keine traditionelle „Geschichte“ wie sie andere Opern Glass’ erzählen.

Die Theatermacherin Martina Winkel stellte mit ihrem Libretto ein Mosaik aus Zitaten Johannes Keplers, Texten aus seinem Umfeld, aus der Bibel und Lyrik des großen Barockdichters Andreas Gryphius zur Disposition. Im ersten Teil dieses Textes, dem ersten Akt, steht der suchende und begreifen wollende Forscher Kepler im Vordergrund, einige seiner Entdeckungen und Theoreme werden zitiert. Im zweiten Teil wird vor dem Hintergrund des 30-jährigen Kriegs vor allem der Mensch Kepler sichtbar, der sich in der Gesellschaft seiner Zeit zu behaupten suchte. Für die Entfaltung einer angemessenen Bühnenvision wurde der flämische Videokünstler und Theatermacher Peter Missotten gewonnen.